Ängste und Depression

angstHormone beeinflussen unsere Gefühle maßgeblich. Gehirnforscher sind sich in diesem Punkt einig. Kommt (durch äußere oder innere Faktoren) unser Hormonsystem ins Ungleichgewicht, kann das verheerende Auswirkungen auf unsere Gefühlswelt und unser Denken haben. Ängste und tiefste Gefühlstäler legen sich dann wie eine dicke Decke über unser Leben und unsere Wahrnehmung. „Glückshormone“ wie Serotonin, aber auch Schilddrüsenhormone, Geschlechtshormone und Nebennierenhormone, spielen dabei eine große Rolle.

Ein erster Schritt wäre den Hormonstatus überprüfen zu lassen. Nicht immer ist das Hormonsystem die Ursache für Depressionen oder Ängste – aber sehr oft! Ängste und Depressionen können auch Ursachen haben, die nicht im Hormonbereich liegen. Oft liegen wesentliche Verstärker einer hormonellen Ursache zu Grunde, die zu extremen Schwankungen im Hormonbereich führen können. Eine hormonelle Unterstützung kann durch einen Arzt oder Therapeuten erörtert werden – sofern ein entsprechender Test in dieser Richtung Signale dazu gibt.
Auch der Magen kann eine Rolle spielen, manchen schnürt Stress regelrecht den Magen zu. Dass die Psyche den Bauch beeinflusst, ist bekannt. Neu und spektakulär ist aber, dass es auch andersherum sein könnte: Möglicherweise ist der nicht gesunde Bauch Auslöser von Stimmungen, Ängsten, Stress und Depressionen.
Der Darm kann Emotionen und unser Verhalten auch sehr stark beeinflussen.
Schadstoffbelastungen, Nährstoffmängel oder Erschöpfung (Burn-out!) spielen hier ebenfalls häufig eine wichtige Rolle.
Starke Ängste können auch im Zusammenhang mit fehlendem Testosteron stehen. Heftige Adrenalinstöße bei Gefahr, hoher Zuckerkonsum und Stress können ebenfalls eine Ursache sein. Auch Histamin kann beim bei depressiven Verstimmungen eine wichtige Rolle spielen.

Wenn belastende Ereignisse oder eine schwierige Familiengeschichte aufzuarbeiten zu sind, kann eine psychotherapeutische Begleitung von großem Nutzen sein.

Burn out

Was im Englischen mit „Burn-out“ (englisch (to) burn out: „ausbrennen“) bezeichnet wird, kennen wir als Erschöpfung, Zusammenbruch oder Leistungsunfähigkeit. Zu den ersten Warnsignalen zählen oft chronische Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Energiemangel. Schlafstörungen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und leichte Gedächtnislücken sind die Folge. Kleine Aufgaben fallen immer schwerer. Je länger man die Erschöpfung verdrängt und dagegen ankämpft, umso mehr werden Kraftreserven aufgebraucht. Es bleibt immer weniger Kraft und Muse für Hobbies, eine abwechslungsreiche Ernährung, sportliche Aktivitäten und Abwechslung übrig.

Ab einem gewissen Punkt sind Motivation und Selbststeuerung nicht mehr vorhanden.

Man zieht sich zurück, soziale Kontakte leiden, am gesellschaftlichen Leben nimmt man nicht mehr teil. Ungeduld, Intoleranz, leichte Reizbarkeit und das Gefühl der inneren Ohnmacht und Leere sind typische Symptome. Weitere Begleiterscheinungen können außerdem sein: Atemnot, Herzbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, Entscheidungsschwäche, Unruhe, Nervosität, Pessimismus, depressive Verstimmungen, fehlendes Selbstwertgefühl, Resignation, Flucht in Suchtmittel (z.B. Koffein, Nikotin, Alkohol, Kokain, Amphetamine).
Je öfter der Körper über die Grenzen hinaus gefordert wird (z.B. durch eine Überdosis Koffein, Cola, Nikotin oder Alkohol) umso schneller kann das zu irreversiblen Schäden der Nebennieren und Drüsen führen. Koffein bringt keine Energie, es mobilisiert nur die Energiereserven. Wenn die „Batterie“ aber ohnehin schon fast leer ist, dann wird diese fast aufgebrauchte nur noch weiter entleert.
Wussten Sie, dass Koffein auf der Dopingliste für Sportler steht? Wenn eine bestimmte Koffeinmenge im Blut oder Urin überschritten wird, werden die Sportler disqualifiziert. Warum? Der Organismus hat einen natürlichen Schutz vor einer Verausgabung, Müdigkeit und Kraftlosigkeit verlangen nach Pausen. Kaffee und andere stimulierende Mittel verleiten dazu weiterzumachen, auch wenn der Körper nicht mehr kann.

Einige Organe und Hormone im Körper spielen bei Erschöpfung eine große Rolle und können im schlimmsten Fall auch streiken.

Bei Erschöpfung schaffen es die Nebennieren zunehmend weniger den Körper mit ausreichender Hormonausschüttung zu versorgen. Die Stresshormone Cortisol und Adrenalin oder auch das Noradrenalin werden in den Nebennieren gebildet. Wenn in den Eierstöcken oder Hoden nicht mehr genug Hormone gebildet werden, versuchen die Nebennieren dies zu kompensieren. Wenn körpereigenen Ausgleichsmöglichkeiten erschöpft sind, lautet die Diagnose „Burn-out“.

In Blut und Speichel gibt es verschiedene Tests, um den Status der (noch übrigen) Leistungsfähigkeit festzustellen.

Bei Burn-out ist es wichtig, die Ursachen herauszufinden, die Stressfaktoren zu erkennen und dementsprechend sein Leben zu ändern. Dies erfordert in der Regel viel Kraft und Überlegung, ein Gespräch mit einem vertrauten Therapeuten, Stresstherapeuten oder Seelsorger kann hier von großem Nutzen sein. Bei Burn-out ist es nicht sinnvoll, sein Leben von heute auf morgen radikal zu verändern, sondern Schritt für Schritt vorzugehen.