Vorbereitung auf eine Familienaufstellung

Unserer Erfahrung nach ist die wichtigste Voraussetzung sich ehrlich und offen auf den Aufstellungsprozess einzulassen. Dadurch kann Altes losgelassen werden und neue Wege können sich aufzeigen. Im Kopf möchte natürlich jeder eine Verbesserung, allerdings nicht immer auch eine Veränderung. Veränderungen machen vielen Menschen Angst.

Wichtig ist die Entscheidung im Herzen; das klare „JA“ im Herzen.
Um Platz zu machen für Neues, darf Altes gehen. Zum Beispiel alte Verhaltensweisen oder alte übernommene Denk-muster. Mit dieser Einstellung steht einer guten Lösung nichts mehr im Wege.

„Man endeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.“ André Gide (Französischer Schriftsteller, Nobelpreisträger)

Was ist hilfreich?

Hilfreich ist es, wenn Sie sich mit der Struktur Ihrer Herkunftsfamilie, also mit Ihren Ahnen, auseinander setzen.
Das machen Sie am besten, indem Sie sich an die außergewöhnlichen Lebensumstände und wichtigen Ereignisse im Leben Ihrer Eltern und Großeltern erinnern oder sich darüber Informationen einholen. Dieses Sammeln von Informationen also das Beschäftigen mit der Vater- und der Mutterseite setzt im Vorfeld bereits einen Prozess in Gang, der bei der späteren Arbeit unterstützend ist und gleichzeitig zu mehr Verständnis führt.

Welche Informationen über Ereignisse können beim Familienstellen nützlich sein?

Hierzu möchten wir Ihnen verschiedene Beispiele nennen:
Fangen Sie einfach mit Ihren Geschwistern an. Gab es Abtreibungen oder Fehlgeburten, sind Geschwister von Ihnen früh verstorben, gab es Geschwister mit Behinderungen oder mit anderen ungewöhnlichen Schicksalen?
Dann werfen Sie einen Blick auf Ihre Eltern. Wie war ihr Umgang miteinander? Standen Ihre Eltern fest und gut im Leben? Gab es gegenseitige Achtung in ihrer Beziehung? Gab es Suchtprobleme? Gab es Abhängigkeiten? Wie haben Ihre Eltern auf ihre Kinder geschaut? Fühlten Sie sich von Ihren Eltern gesehen, fühlten Sie sich geliebt?

Ihre Eltern
Gab es behinderte, abgetriebene, verlorene oder gestorbene Geschwister bei Vater und/oder Mutter?
Gibt/gab es „schwarze Schafe“ in der Familie, über die man nicht spricht, die man meidet und ausgrenzt?
Ist etwas über Missbrauch, Mord, Selbstmord oder Familiengeheimnisse bekannt? Konnte jemand sein Leben nicht leben, wurde jemand z.B. zu einer Heirat gezwungen oder ein intensiver Kinderwunsch verwehrt? Sind Ihre Eltern unter ungewöhnlichen oder schwierigen Verhältnissen aufgewachsen? Gibt es Schuldzuweisungen?

Ihre Großeltern und Ahnen
Zu oben aufgeführten Möglichkeiten kommt in dieser Generation noch die Kriegsthematik, Täter-Opfer-Problematiken, Gefangenschaft, „besondere“ Positionen oder Tätigkeiten in der Kriegszeit (NS), Vertreibung, Hunger, Flucht, Vertreibung, Vergewaltigung usw. verstärkend hinzu. Die genannten Punkte dienen als Hinweis und Orientierung und können manchmal bei einer Familienaufstellung hilfreich sein.  Viel wichtiger erscheint es uns aber, dass Sie sich mit Ihrem Herkunftssystem beschäftigen. So beginnt bereits im Vorfeld der Lösungsprozess.

Ein kleiner Hinweis zu auftretenden Ängsten

angstVor einer persönlichen Familienaufstellung kann der Verstand Ängste erzeugen, wichtige Gründe erfinden, die die Aufstellung gerade jetzt nicht zulassen oder das Gefühl vermitteln, dass eigentlich alles ok ist. Nehmen Sie es positiv. Weil es Ihnen wichtig ist, endlich eine Lösung zu finden, gibt es auch ein wenig Aufregung. Bei Fragen hierzu oder vor oder nach Prozessen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Bitte nutzen Sie dazu unser Kontaktformular.

Die Ausrichtung dieser Arbeit hat sich in den letzten Jahren auf die Wirkweisen zwischen Vater, Mutter und Kind (Klient) fokussiert. In vielen Familienaufstellungen konnten wir beobachten, dass bei intensiver Erforschung der im Hintergrund wirkenden Kräfte immer wieder deutliche Hinweise auf Problematiken zwischen Kind (Klient), Vater und/oder Mutter aufgezeigt wurden.

Probleme am Arbeitsplatz, in der Paarbeziehung, mit den Kindern oder mit dem Leben an sich, Suchtprobleme, Ess- oder Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, depressive Phasen, Schwierigkeiten, den rechten Platz im Leben zu finden, um hier nur einige zu nennen, sehen wir als Hinweisschilder, die darauf aufmerksam machen wollen, dass etwas ans Licht möchte, damit es geklärt und gelöst werden kann. Bei der tiefgründigen Erforschung der Ursachen mittels Familienstellen zeigen die Hinweise immer wieder auf die Eltern oder ältere Generationen. Wir raten daher, mit der eigenen Familienaufstellung auch hier hinzuschauen.
Das komplette Entwirren der familiären Verstrickungen ist oft nicht mit nur einer Familienaufstellung möglich und erfordert ggf. Zwischenschritte, also eine liebevolle Annäherung an das Wesentliche.